S.H. der 14. Dalai Lama

 

S.H. der 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso ist ein bedeutender Linienhalter der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus, buddhistischer Mönch und Befürworter der Rime-Bewegung.


Er ist die 14. bewusst gesteuerte Wiedergeburt eines der engsten und fortgeschrittensten Schüler des Begründers der Gelug-Tradition.


"Dalai" ist das mongolische Wort für "Ozean" und "Lama" heißt auf tibetisch "spiritueller Lehrer". Der Titel Dalai Lama wird mit "Ozean der Weisheit" übersetzt. Die Dalai Lamas werden als Manifestationen von Avalokiteshvara, der Verkörperung des Mitgefühls aller Buddhas betrachtet, die wiedergeboren werden um den Lebewesen zu dienen.

S.H. der 14. Dalai Lama wurde am 6. Juli 1935 mit dem Namen Lhamo Döndrub in Taktser, einem Dorf in der tibetischen Provinz Amdo im Nordosten Tibets geboren und hat vier Brüder sowie zwei Schwestern.

Im Alter von knapp zwei Jahren wurde er von vier Mönchen anhand einer Vision des Regenten, von Orakelsprüchen und anderen Vorzeichen als Wiedergeburt des 1933 verstorbenen XIII. Dalai Lama aufgefunden. Berichtet wird, dass das Kleinkind sowohl einen als Diener verkleideten hohen Lama spontan als „Lama aus dem Kloster Sera“ erkannte als auch etliche Gegenstände aus dem Besitz des 13. Dalai Lama, die neben ähnlichen aufgelegt waren, als sein Eigentum an sich nahm.

 

Lhamo Döndrub wurde im Rahmen des Neujahrsfestes am 22. Februar 1940 im Potala-Palast als 14. Dalai Lama inthronisiert. Sein neuer Name lautete damit: Jetsün Jampel Ngawang Lobsang Yeshe Tenzin Gyatso ("Heiliger Herr, gütiger Herr, mitfühlender Verteidiger des Glaubens, Ozean der Weisheit"). Tibeter sprechen vom Dalai Lama normalerweise als Yishin Norbu („alle Wünsche erfüllender Edelstein“) oder einfach als Kundün (Gegenwart).

Am 17. November 1950 wurde dem damals 15-jährigen Dalai Lama die weltliche Herrschaft über Tibet übertragen. Am 17. März 1959 floh der gegenwärtige Dalai Lama während des Tibetaufstands ins indische Exil nach Dharamsala (Himachal Pradesh), wo er sich seitdem aufhält und durch Demokratisierung der Exilgemeinde, durch Lehre und persönliches Vorbild für die Sache Tibets eintritt.
Kurz bevor er floh hatte er seinen Geshe-Titel (Doktor der buddhistischen Theologie) am Jokhang-Tempel erlangt, nachdem er sich in philosophischen Debatten mit Mönchen der Klöster Drepung, Ganden und Sera bewährt hatte.

Seine Heiligkeit der Dalai Lama genießt weltweit höchstes Ansehen. Sein unermüdlicher Einsatz für die Freiheit Tibets und den Frieden in der Welt wird hoch geschätzt. 1989 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Das Nobelpreiskomitee schrieb in seiner Begründung u.a.: "Der Dalai Lama hat seine Friedensphilosophie auf der Grundlage von großer Ehrfurcht vor allen Lebewesen und der Vorstellung einer universellen Verantwortung, die sowohl die gesamte Menschheit, als auch die Natur umfasst, entwickelt."